Die Möglichkeiten, die die Digitalisierung und die Vernetzung heutzutage bieten, haben das Recruiting in vieler Hinsicht bereits nachhaltig verändert. Doch die technischen Entwicklungen werden auch weiterhin die Art, wie Bewerber künftig Stellenanzeigen suchen und verarbeiten, beeinflussen und wandeln.

Das Thema war Gegenstand von zwei kürzlich gehaltenen Vorträgen auf den FusionDays, dem gemeinsamen HR-Symposium von milch & zucker und der JobStairs-Community als auch zuvor auf einem Forums-Vortrag auf der Zukunft Personal 2017, der HR-Leitmesse in Köln.
Das Interesse an dem Thema war sehr groß: Trotz der frühen Stunde kamen knapp fünfhundert Personalexperten allein in Köln am Eröffnungstag zum „Trendforum Recruiting“, das von Wolfgang Brickwedde, Geschäftsführer des Institut of Competetive Recruiting, der seinerzeit JobStairs auf Seite der Partnerunternehmen mit aus der Taufe gehoben hatte, moderiert wurde.

Das Auditorium auf dem Trendforum Recruiting am Eröffnungstag der Zukunft Personal 2017 in Köln. Quelle: ICR
Vortrag zum Thema Chatbots im Recruiting auf den Fusion Days 2017. Quelle: M&Z

Die Entwicklungstrends im Bereich Stellenschaltung sind rückblickend betrachtet folgender Maßen unterteilbar: Von der analogen Stellensuche in Form von Stellenanzeigen in Printmedien über die Entwicklung zu Online-Jobbörsen hinzu Anwendungen für Smartphones bzw. mobilen Endgeräten (Mobile Recruiting).

Die Auswahl an Kanälen ist dabei immer vielfältiger geworden. Den höchsten Stellenwert hat aus Unternehmensperspektive (in Anlehnung an Weitzel 2017) die Karriere-Website (88,9%), dicht gefolgt von Online-Stellenbörsen. Doch schon beim Vergleich mit der Bewerbersicht eröffnet sich eine Diskrepanz: 77,2% geben Online-Jobbörsen als den favorisierten Kanal zur Stellensuche an.
Allein hieran zeigt sich, dass Unternehmen nicht allein auf die von ihnen priorisierten Kanäle zurückgegriffen werden kann, um im War for Talents die passenden Kandidaten zu finden. Im Personalmarketing geht es wie im allgemeinen Marketing um die Bearbeitung der entsprechenden Märkte bzw. Teilmärkte. Und hierbei kommt es auf die entsprechende, zu erreichende Zielgruppe an. Einen one-fits-all-Recruiting-Prozess gibt es nicht (mehr).
Und das heißt zugleich auch, mit der Zeit zu gehen und habituiertes Verhalten der jungen digitalen Zielgruppe auch im Recruiting zu berücksichtigen. Recruiting muss also immer smarter werden. und die Chancen der Digitalisierung auch für das Recruiting nutzen.

Digitalisierung heißt in diesem Zusammenhang zielgerichtete Nutzung von Virtualität. Um jüngere Zielgruppen spezifischer und formatgerechter anzusprechen, kommen im Recruiting-Prozess daher in Zukunft auch vermehrt „Virtual Reality“ und „Augmented Reality“ im Personalmarketing zum Einsatz. In der Bewerber-Kommunikation setzt sich zudem der Einsatz von Chatbots immer weiter durch. Im JobStairs-Kreis, der viele der namhaften Top-Unternehmen aus Deutschland umfasst, die nah an modernen HR-Trends agieren, setzt zum Beispiel die Allianz Chatbots zur Beantwortung von Bewerberfragen ein und auch das Partnerunternehmen Telekom plant den zeitnahen Launch dieser Anwendung auf ihrer Karriere-Website.

Der Hintergrund und die Bedeutung vom Einsatz smarter Tools im Recruiting ist unter anderem an dem veränderten Mediennutzungsverhalten der Kandidaten festzumachen: Die nachrückende digitale Generation möchte möglichst flexibel, schnell und bequem Auskunft über ein relevantes Stellenanagebot bzw. den potenziellen neuen Arbeitgeber erhalten – und zwar jederzeit abrufbar, quasi „on-demand“. Eine Anforderung, die ohne digitale Unterstützer nicht zu leisten wäre und durch die heutige Verfügbarkeit im Alltag das Bedürfnis der Nutzung auch in anderen Situationen weckt.

Der nächste logische Schritt in der Nutzung der digitalen Innovationen ist die Verknüpfung mit Sprachassistenten, die über phonetische Eingabe entsprechende Anwendungen ausführen – vorausgesetzt die jeweilige App ist bereits mit dem neuen Feature kompatibel. So kann die Jobsuche vom Bewerber ohne direkten physischen Kontakt zum Eingabegerät per Spracheingabe spontan initiiert werden. Für JobStairs.de wurde einerseits mittels Googlebots die Spracheingabe basierende Stellensuche genutzt, die wir jetzt – noch in der Beta-Phase befindlich – gelauncht haben.

Die Spracheingabe zur Stellensuche auf JobStairs.de

Ein weiterer Anwendungsfall des smarten Recruitings auf Basis von Sprachassistenten ist die Möglichkeit bei JobStairs via Alexa-Sprachbefehl passende Stellenangebote zu erhalten.
So können den Nutzern per Sprachbefehl passende Stellenangebote der über 50 Partnerunternehmen nach den ausgesprochenen Schlagworten angezeigt oder per Link zugestellt werden. Das ist eine Innovation im Jobbörsenumfeld.

Hier existiert bisher noch keine adäquate Lösung, dass der Bewerber interessante Stellenanzeigen per Alexa „aufgesagt“ bekommt.
Zukünftig müssen daher für die Sprachausgabe optimierte Stellenanzeigen und Inhalte entwickelt werden, um das Recruiting und dessen Kommunikation noch smarter und integrierter zu gestalten.

Die Jobsuche via Alexa Sprachassistent
Smartes Recruiting gewinnt mehr und mehr an Bedeutung

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